Mitglied des Deutschen Bundestags für den Wahlkreis Bochum I
Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion
Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
Zwei Stunden lang hat der Deutsche Bundestag am Donnerstag, 8. September, innerhalb der viertägigen Debatte über den Haushaltsentwurf 2012 das Thema "Europäischer Stabilisierungsmechanismus" auf der Tagesordnung. Dazu hielt Axel Schäfer folgende Rede:
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nach dem Beitrag meines Vorredners kann ich zunächst einmal nur feststellen: Er hat all das, was der Kollege Hoyer zum ungarischen Mediengesetz ausgeführt hat und was ich Wort für Wort unterstreiche, entweder nicht gehört, oder er ist völlig anderer Meinung.
Während der Kollege Fricke etwas von der SPD einforderte, hat das FDP-Vorstandsmitglied Chatzimarkakis soeben erklärt: Frau Merkel hat in der Europapolitik total versagt. (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Das ist alles nachzulesen. Herr Chatzimarkakis ist Mitglied des Europäischen Parlaments.
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir führen keinen Wettstreit darüber durch, welche Bundesregierung sich am meisten für die Menschenrechte eingesetzt hat, vor allen Dingen dann nicht, wenn wir alle gemeinsam gegen die Todesstrafe sind. Aber eines muss an dieser Stelle erwähnt werden, wenn man auf die Bundesregierungen der Vergangenheit zurückschaut: Derjenige, der wie kein anderer für Menschenrechte und Frieden steht, hat als letzter Deutscher den Friedensnobelpreis bekommen: Willy Brandt. Er war Außenminister und später Bundeskanzler. Die Menschenrechtspolitik ist eine Tradition, in der die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten und, hoffe ich, auch das ganze Haus stehen.
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Der Vertrag von Lissabon ist ein Meilenstein für den europäischen Einigungsprozess – und für die Sportpolitik. in Europa. Denn mit dem Vertrag erlangt die Europäische Union erstmals Kompetenzen für die Förderung der europäischen Dimension des Sports. Einher mit dieser neuen Kompetenz geht eine Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung der sportpolitischen Zukunft.
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die Frage des Europäischen Auswärtigen Dienstes ist in einer Gemeinschaft, wie sie die EU darstellt, etwas ganz Besonderes. Es ist das „Spezifische sui generis“. Das ist mehr als ein Wortspiel, sondern es ist aus meiner Sicht deshalb etwas Besonderes, weil wir mit den vergemeinschafteten zentralen Politikbereichen wie Wettbewerb, Handel, Zölle und vor allen Dingen mit der Währung – dem Euro – das große europäische Projekt des 21. Jahrhunderts haben. An ihm wird sich die Handlungsfähigkeit bzw. das gemeinsame Europa zeigen – oder eben auch nicht.
„Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Frage der Zusammensetzung des Europäischen Parlamentes ist so alt wie die Geschichte des Europäischen Parlamentes selbst. Sie war immer mit einem zentralen Punkt verbunden: der Direktwahl, der allgemeinen, gleichen, freien, geheimen Wahl durch die Bürgerinnen und Bürger Europas.